Dienstag, 14. Mai 2013

Äolische (Liparische) Inseln 05.05. - 13.05.2013

Auf der Isola de USTICA machen wir am 05. Mai morgens mit Buganker auf 6 Meter Wassertiefe und mit Heckleinen an der Pier fest. „Römisch-katholisch“ nennen Segler diese Art festzumachen. (Warum? Keine Ahnung.) Der urige, quirlige Andrea hilft beim Festmachen und ist auch später noch sehr freundlich und hilfsbereit. Die Nacht hier an der Pier, an der etwa 6-7 Yachten Platz finden, kostet 27,50 Euro, all in. Unsere Position ist 38 42‘.523 N, 013 11‘.756 E.
 
202 Seemeilen lang war die Überfahrt von Sardinien hierher. 40 Stunden haben wir benötigt, davon waren etwa 30 unter Segel möglich. Abwechslungsreich war es – mehrfach treffen wir Delphine und, erstmalig, auch wirklich große Wale! 10-12 m lang sind sie, eine Familie von drei. Langsam ziehen sie blasend ihre Bahn, majestätisch – wir finden sie faszinierend.

Ustica vermochte zu gefallen. Nur 8.5 km2 groß, 1.200 Insulaner, ein schmucker Hauptort, viele Feriendomizile wohlhabender Italiener. Besonders unter Tauchern ist diese Insel ein Begriff, da die Unterwasserwelt hier außergewöhnlich interessant und seit 25 Jahren ein Unterwasser-Naturschutzgebiet ist.
 
 



Ustica liegt etwa 120 km von den 7 ÄOLISCHEN (LIPARISCHEN) Inseln entfernt, 50 km nördlich Palermos', und gehört nur geologisch dazu. Die 7 Inseln heißen so nach dem griechischen Windgott Äolus bzw. dem König Liparos, der sich vor ca. 3.500 Jahren dort niederließ. Sie sind vulkanischen Ursprungs und aufgrund ihrer Einzigartigkeit in Flora und Fauna und vulkanischen Phänomene Unesco-Welterbe. Zwei aktive Vulkane sind hier beheimatet– mit dem STROMBOLI auf gleichnamiger Insel der aktivste Vulkan Europas‘ und dem VULCANELLO auf der Isola de VULCANO der wohl gefährlichste.
 
 

Am 07. Mai um 06.45 h gehen wir Anker auf in Ustica. Ziel ist die ca. 65 Seemeilen weiter östlich gelegene Insel FILICUDI, wo wir in Pecorini di Mare an einer (verfallenen) Pier festmachen wollen, um im dortigen Restaurant „La Sirena“ gut zu Abend zu essen. Filicudi hat gerade einmal 200 Einwohner, und damit immerhin doppelt so viele wie die Isola de ALICUDI, die wir auf dem Weg nach Filicudi passieren. Künstler, Intellektuelle, Aussteiger, einige Bauern und Fischer machen die Population aus.

Tolles Segeln während der Überfahrt nach Filicudi, aber leider lässt die Wellenhöhe von 1.5 bis 2 Meter dann ein Anlegen in Pecorini di Mare nicht zu. Auch der Ankerplatz Porto Filicudi erscheint uns nicht sicher genug, so dass wir weiterlaufen zur Isola de SALINA. Dort machen wir in der Marina dell Eolie am 07. Mai um 22.05 h nach zurückgelegten 86 Seemeilen an einer Mooring fest. Position 38 33‘.347 N, 014 52‘.319 E. Süß ist die Marina und Manager Dominik sehr nett. Auch beim Preis kommt er uns entgegen – wir zahlen statt 60,- nur 40,- Euro/Nacht all in. Billig ist’s hier, in der einzigen Marina der Äolischen Inseln, nämlich nicht. Im Juli/August kostete uns eine Nacht 140,- Euro , so man uns hinein ließe. Denn die großen Yachten zahlen dann 1.000,- und mehr Euro die Nacht.

Wir sollten noch zweimal zurück kehren in die Marina; wir übernachten hier nochmals vom 09 . auf 10. und vom 11. auf 12. Mai.
 
 
 

Salina gebührt der Apfel des Paris unter den 7 Inseln. Schön und grün ist sie, fast komplett unter Naturschutz stehend. Man lebt hier in erster Linie vom Anbau hervorragender Kapern und Trauben, aus denen der berauschende Dessertwein Malvasia gekeltert wird.  Auf sehr gutes Essen versteht man sich ebenfalls, wovon wir uns bei einem köstlichen Abendessen in der "Trattoria Cucinotta" überzeugen können.


Am 08. Mai segeln wir von Salina, vorbei an der Isola di LIPARI, die etwa 11 Seemeilen zur Isola di VULCANO.
 
 

 
 
Im Porto di Levante lassen wir dort am Nachmittag auf 9 Meter Wassertiefe und Sand Anker fallen. Zuvor gab es einen gehörigen Schreck für die irischen Freunde auf Segelyacht „Cachaca“ – sie laufen in der Bucht auf 2 Felsen auf. Schlauchboote anderer Yachten eilen schnell zur Hilfe und können Cachaca frei schleppen. Alles ging glimpflich ab, es bleiben ein paar Schrammen am Kiel und die unschöne Erinnerung.  

Es stinkt in der ansonsten wunderschönen Bucht. Faule Eier. Man gewöhnt sich daran. Aber eben doch faule Eier. Es sind die vulkanischen Gase des „Vulcanello“, an dessen rauchender Flanke wir vor Anker liegen. Dieser Vulkan ist gefährlich. Nach Einschätzung der Geologen ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zu einem gewaltigen Ausbruch kommt. Vielleicht haben sie ja auch deshalb ihre Forschungsstation lieber auf der Nachbarinsel Filicudi untergebracht.
 


 

Ebenso stinken tut’s im Fangoschlammbad der Bucht, dass wir besuchen (2,- Euro Eintritt), hier aber eher nach verrottender Leber. Durch den Druck des Vulkanes wird schwefelhaltiger Schlamm aus dem Erdinneren an die Oberfläche gepresst, dieser riecht halt. Ein Riesengaudi ist das Plantschen im Tümpel dennoch, und wenn’s denn auch noch schön macht und gesund ist! Nach dem Suhlen im Schlamm bringt ein Bad im durch Fumarole in einen Whirlpool verwandeltes Meer weitere Entspannung. Wellness in einer bizarren, faszinierenden Umgebung.




 
Am 09. Mai nach einer himmlisch ruhigen Nacht gehen wir Anker auf und segeln zurück nach Salina, von wo aus wir am 10. Mai zur Isola di STROMBOLI, die Isola di PANAREA passierend, weiterziehen.

Canan hatte am 09. mit „Paolo“ auf Stromboli telefoniert: Festmacher-Bojen für Yachten gäb’s erst ab Juni vor Stromboli; aber dem Charme Canans‘ erlegen wolle er versuchen, 2 Bojen für uns legen zu lassen. Am 10. Mai treffen wir gegen Mittag in Stromboli ein und können zunächst die Bojen nicht ausmachen, so dass wir vor Anker gehen. Bei einem Landgang wird Paolo ausfindig gemacht – die 2 Bojen sind da, sie werden uns gezeigt, so dass wir dorthin verlegen. Position 38 47‘.975 N, 015 14‘.587 E – 25,- Euro Kosten. Supertyp, der Paolo, Grazie. Und die Bergwanderung auf den Vulkan hat er für uns auch gebucht (25,- Euro/p.P.).



 
Um 17.15 h geht’s los. Angeführt von Bergführer Antonio, wieselflink auf den Beinen und mit der Zunge, beginnt der Aufstieg auf den knapp 1.000 Meter hohen Vulkan. Helme sind zu tragen, feste Trekkingschuhe sind Pflicht, ebenso hinreichende Wasser- und Essensvorräte. Anstrengend und nicht ungefährlich ist der sehr steile Weg hinauf, später noch steiler in der Dunkelheit hinab, 17 km in 5 ½ Stunden.
 




Die Mühe lohnt. Einzigartig, fantastisch, unglaublich… - viele Superlative verdient die grandiose Vorstellung, die der Stromboli gibt. Der Vulkan ist zur Zeit in einer außergewöhnlich aktiven Phase. Die Lavafontänen, explodierend mit lautem Knall,  steigen mehrfach stündlich 500 bis 700 Meter in den Himmel hinauf. Wir stehen nicht sehr weit weg von den Kratern des Vulkanes, Asche regnet nach den Eruptionen auf uns, Rauch und Schwefelgestank machen das Atmen schwer. Es ist ein Blick in das Innere der Erde (oder der Hölle), wie eine Zeitreise in die Entstehungsperiode unserer Erde mutet es an. Die Geräuschkulisse lässt sich kaum beschreiben – als ob Riesen mit gewaltigen Hämmern rotglühende Stähle schmieden, begleitet von Explosionen und lautem Zischen. Der Vulkan wird uns unvergesslich bleiben.

Dieses Video mag einen Eindruck geben: STROMBOLI - Vulkanausbrüche
Und Tim hat eine ausführliche Livereportage gedreht: Tim und der Vulkan







Wir lassen die Äolischen Inseln hinter uns. Traumhaft schön und interessant war es.
Ziel ist nun SIZILIEN, wo wir an der Ostküste festmachen wollen. Hierzu werden wir die „Straße von Messina“ passieren, Meerenge zwischen Italien und Sizilien, berüchtigt für unwirtliche Wind- und Wellenverhältnisse.

Schon Homer hat die dortigen gefährlichen Strudel und Kreuzseen in seiner Odyssee beschrieben:
Das Ungeheuer Skylla haust auf dem größeren der beiden sich gegenüberstehenden Felsen der Meerenge und Charybdis unterhalb des kleineren Felsens, auf dem ein großer Feigenbaum steht. Sie saugt dreimal am Tag das Meerwasser ein, um es danach brüllend wieder auszustoßen. Schiffe, die in den Sog geraten, sind verloren, nicht einmal der Meeresgott POSEIDON vermag diese Schiffe zu retten. Auf den Rat von Kirke meidet Odysseus die Charybdis, gerät dabei aber unweigerlich so nahe an Skylla heran, dass sie sechs der Gefährten tötet und frisst. Auf der Rückfahrt von der Insel des Helios kommen die übrigen Gefährten wegen der verbotenen Tötung von Helio's Rindern bei einem Sturm ums Leben, so dass Odysseus auf dem zertrümmerten Schiff die Meerenge allein passieren muss. Als Charybdis das Schiff einsaugt, klammert er sich am Feigenbaum fest, bis es wieder ausgespien wird und rudert auf den Trümmern mit den Händen davon.


Die starke Strömung in der Meerenge diktiert uns die Abfahrtzeit von Vulcano, um bei Ankunft an der Straße den südlich setzenden Strom ausnutzen zu können. Dieser setzt etwa 4 Stunden nach Hochwasser in Gibraltar ein und beträgt derzeit im Maximum 4 Knoten. Die Meerenge bei nördlich setzendem Strom in südlicher Richtung zu befahren wäre unmöglich. So gehen wir ab Vulcano am 13. Mai zur unchristlichen Zeit von 03.30 h in der Nacht Anker auf. Ziel ist TAORMINA auf Sizilien, 65 Seemeilen die Distanz.

Vulcano feiert eine Hochzeit am Abend des 12. Mai, Fiesta ist, Musik und Tanz . Ein tolles Feuerwerk zu diesem Anlass- nicht vulkanisch, von Menschenhand - verabschiedet uns bei prächtigem Sternenhimmel nach Sizilien.



 

Mittwoch, 1. Mai 2013

Sardinien - Porto Ottiolu 29.04.- 03.05.2013

Zwischen Flaute und Sturm der Stärke 8 wurde uns alles geboten auf der 22 Seemeilen kurzen Reise von Olbia nach PORTO OTTIOLU, wo wir am Montag, 29. April, am Steg „S6“ an einer Mooring festmachen, Position 40 44‘.400 N, 009 42‘.561 E. Es ist wie nach Hause zu kommen – unsere Freunde von „Cachaca“ und „Grace“ helfen beim Anlegen und begrüßen uns am Steg, wir freuen uns sehr über das Wiedersehen. Die Marina, gelegen in einem Ferienresort a la Porto Cervo, ist nett und mit 10,55 Euro/Tag billig - bis zum 01. Mai. Dann vervierfacht sich der Preis - so ist's hier in Sardinien. Im August wird die Nacht wahrscheinlich einen dreistelligen Eurobetrag kosten.

Zwei schöne Sandstrände grenzen unmittelbar an die Marina, eine Handvoll Restaurants säumen die Promenade.

Die ausgezeichnete Idee Björns‘, am Abend eine Strandparty zu feiern, wird begeistert aufgenommen und in die Tat umgesetzt. Es war für alle ein toller Abend:
 




In einer Pizzeria verfolgen wir im TV das deutsche "11:3" gegen Spanien - welch ein Untergang für Barcelona und Madrid. Das Finale der Champions League wird von Dortmund und München in Wembley gespielt werden - freuen wir uns auf ein großes Fußballfest.

Am Freitag, 03. Mai, am Nachmittag heißt es Leinen los. Wir, und auch "Grace" und "Cachaca", legen ab. Ziel ist die kleine Insel USTICA, gelegen nördlich von Sizilien. Die Distanz beträgt ca. 230 Seemeilen, so dass wir am Sonntag, 05. Mai, am Morgen ankommen sollten.
 

Sonntag, 28. April 2013

Sardinien - Olbia 22.04. - 29.04.2013

SARDINIEN ist, nach Sizilien, die zweitgrößte Insel des Mittelmeeres. Um sie ein bisschen zu erkunden, haben wir OLBIA als Basis gewählt. Hier machen wir in der „Marina di Olbia“ am Montag, 22. April, an einer Mooring in Position 40 54‘.954 N, 009 31‘.561 E fest. Die Marina weiß mit gutem Service, hilfsbereitem Personal und fairen Preisen (23,- Euro/Nacht all in) zu überzeugen. Ein Einkaufszentrum ist in 10 Minuten entfernt, zum Stadtzentrum Olbias‘ dauert‘s etwas länger. In der Marina dient ein vertäutes Schiff als Bar und Restaurant - sehr nett die Betreiber, gut und stark der sardische Rotwein „Cannonau“, den wir mit unseren Freunden von „Grace“ und „Cachaca“ hier genießen.

OLBIA als Stadt ist auf den ersten Blick nicht sehr sexy, aber wahrscheinlich muss man einfach nur länger hier bleiben und genauer hinschauen, um die Reize zu entdecken. Ein Leihwagen macht uns mobil – Sardinien ist gebirgig, das Fahren durch die engen Bergstraßen macht zwar Spaß, dauert aber. Grün ist die Insel jetzt im Frühling, vieles blüht. Ein paar Strände sehen wir auch, traumhaft.




Porto Cervo, Sassari, Castelsardo, Porto Ottiolu, Santa Maria di Navarrese, … besuchen wir und mögen es. Besonders angetan sind wir von der Altstadt Sassaris‘:
 
 



Alghero und Cagliari (Hauptstadt) hatten wir mit „Lime Light“ bereits im Jahr 2011 besucht:

Cagliari 2011                 Alghero 2011       

 
Am Montag, 29. April, ziehen wir weiter nach Süden. Die süße Marina in PORTO OTTIOLU, ca. 23 Seemeilen von Olbia, ist unser Ziel. Hier möchten wir, gemeinsam mit den Freunden von „Cachaca“, den derzeitigen Süd-/Südostwind („Scirocco“) aussitzen, um die Passage gen Sizilien bei günstigeren Winden anzutreten.

 

Montag, 22. April 2013

Sardinien, Insel La Maddalena 19.04. - 22.04. 2013

Schönes Segeln war das! Raumschots geht’s bei Windstärke 4 und Sonnenschein am Morgen des 19. April die knapp 20 Seemeilen von Korsika zur Insel LA MADDALENA. In der CALA GAVETTA der Insel machen wir um 11.55h fest an einer Mooring am Pontoon 2, Position 41 12‘.695 N, 009 24‘.250 E. Der Preis ist mit 16,20 Euro/Nacht bescheiden, sehr freundlich sind die Marineros. Die Marina bietet guten Schutz gegen den Mistralsturm, der am Samstag durch die Straße von Bonifacio pfeift. Uns gefällt‘s.

La Maddalena mit ca. 11.000 Einwohnern ist die Hauptinsel des Maddalenen-Archipels, welcher aus 7 Inseln und vielen Felsen besteht, und auf 130 km2 Wasser- und Naturschutzpark ist. Ein Paradies für Segler (und Taucher,…) ist der Archipel, berühmt für seine wunderschönen Buchten und Strände, das kristallklare Wasser. Im Sommer würden wir sicher mehr Zeit hier verbringen, so früh im Jahr wollen wir uns auf einen kurzen Aufenthalt beschränken.




Unter den vielen Restaurants, die es in La Maddalena gibt, picken wir am ersten Abend ein Juwel heraus. Klein ist es, nur 15 Sitzplätze, aber große Küche genießen wir mit den Freunden von Cachasa im „Il Ghiottone“, gelegen direkt am Hafen. Fangfrischer Pulpo, Cozze, schwarze Spaghetti, hausgemachter Grappa und Likör. Erstklassige Pizza essen wir 2 Tage später bei „Roby’s“.
Schön, wieder in Italien zu sein!

Am Montag, 22.04., verlassen wir den sympathischen Ort und segeln nach OLBIA, gelegen an der nördlichen Ostküste Sardiniens‘, dem Tor zur Costa Smeralda.  

 

Sonntag, 14. April 2013

Korsika, Bonifacio 11.04. - 19.04.2013


Tausende anderer Segler begleiten uns auf unserem Weg von Menorca nach KORSIKA – BONIFACIO. Brüder im Geiste – nein, nicht ganz.
Es sind "Segelquallen", die in riesigen Schwärmen vereint ihr „Segel“ gesetzt haben und sich von Wind und Welle treiben lassen. Sehr hübsche Tierchen, etwas wortkarg vielleicht.


 
Interessanter sind die zahlreichen Begegnungen mit Delphinen, die Abwechslung bringen in die ansonsten wind- und ereignisarme Überfahrt. 47.5 Stunden benötigen wir für die 295 Seemeilen, um am Do., 11. April, gegen 10.30h in BONIFACIO auf Korsika, südlichster Stadt Frankreichs‘, anzulegen. Fast nicht auszumachen zwischen den weißen Steilklippen ist die enge Einfahrt in den Hafenschlauch. Wow, was für eine Landschaft.


 
Einen Adrenalinschub gibt es dann doch auch noch: bei der Anfahrt zum Anlegen in einer engen Lücke bei der  Tankstelle des Hafens‘ fällt unser Motor aus! Mausetot ist er plötzlich beim Einlegen des Rückwärtsganges zwecks Bremsung! Mit ziemlichem Schwung, mangels Bremse, knallen wir in ein Fischerboot, dessen Besitzer nur wenig amüsiert über diese Begegnung ist. Letztlich zeigt er Verständnis, repariert mit einem Hammer die abgefallene Scheuerleiste seines Bootes und zieht von dannen. Auch unsere Lime Light hat nur 2 kleine Schrammen davon getragen, Glück gehabt.

Der Liegeplatz kostet auch jetzt schon, in der Vorsaison, 38,20 Euro/Nacht, all in. Topdestination ist das zauberhafte Bonifacio halt, hier muss man einfach mal gewesen sein. Einige Yachten müssen bereits im Päckchen längsseits Molenkopf festmachen, unsere Flottille hat die letzten verfügbaren Liegeplätze an einer Mooring eingenommen. Position 41 23‘.315 N, 009 09‘.857 E.

Unsere amerikanischen Freunde Jill & Roberto auf „Two Oars“ haben uns von Menorca aus nicht nach Korsika begleiten können: sie müssen nach New York fliegen, um Visanangelegenheiten etc. zu regeln. Wir vermissen sie und hoffen, dass sie bald wieder zu uns aufschließen.

Am ersten Tag machen wir Party mit den Freunden von „Grace“ und „Cachasa“. 12 Stunden lang. Von 11.00 bis 23.00h. Hammer, Superspaß. Hier die Flotillen-Band „Sailing Sisters“ mit ihrer Showeinlage:

 

 Eine beeindruckende Kulisse bietet unser Liegeplatz, Bonifacio ist ein zauberhaftes Städtchen. Recht viele Touristen, meist Festland-Franzosen, sind bereits zu Besuch hier, fast alle Restaurants etc. haben geöffnet. Eins ist Bonifacio aber nicht, nämlich billig. Wir ziehen bei den Preisen vor, an Bord auf einer unserer 3 Yachten zu essen und zusammen zu sitzen.


 



Einen Restaurantbesuch gönnen wir uns dann doch, in der empfehlenswerten „Cantina Doria“ essen wir korsische Spezialitäten, z.B. „Figatellu auf Linsen“ (eine Kochwurst aus Leber) und „Brucciu“, Schafs- und Ziegenkäse gefüllt in Canelloni. Schade, dass es hier so teuer ist, man könnte sich an dieses delikate Essen sehr gut gewöhnen.

Die Insel Korsika, viertgrößte des Mittelmeeres, überrascht uns mit ihrer Schönheit und ihrer alpengleich erscheinenden Bergkette. Mehr als 50 Gipfel höher als 2000 Meter gibt es, einige davon auch jetzt noch schneebedeckt. Atemberaubende Landschaften, viele Pflanzen blühend in allen erdenklichen Farben, der Duft des Frühlings in der Luft, einzigartige Strände – Korsika rückt auf unserer Liste der Orte, die wir wieder besuchen wollen, auf Platz 1 vor! Viel zu wenig haben wir dieses Mal sehen und genießen können. Eindrücke:
 

 






 

 
 
 
 
 

Am Freitag, 19. April, wollen wir Bonifacio früh verlassen, um noch vor Aufziehen eines starken Mistrals durch die Straße von Bonifacio zur Insel LA MADDALENA zu segeln. Husch husch muss dies gehen, auch wenn es nur 20 Seemeilen sind, denn diese Meerenge zwischen Korsika und Sardinien ist bei Starkwind und Sturm nicht dein Freund.

 

Sonntag, 7. April 2013

Menorca, Ciutadella 03.04. - 09.04.2013


Erst Schwachwind, dann Segeln unter Gennaker bei Beaufort 4 bis 5, dies alles bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein – herrlich, das Leben ist schön. 13 Stunden benötigen wir für die Passage von Cabrera nach CIUTADELLA auf MENORCA, wo wir Mittwoch, 03. April, um 19.00h längsseits Finger an einem Schwimmsteg festmachen. Position 40 00,040‘ N, 003 49,980‘ E.

Die Freunde unserer Flottille nehmen uns mit einem kalten Bier in Empfang. Wir treffen etwas später als sie ein, da ein gescheiteter Versuch der Selbstversenkung während der Passage Zeit gekostet hat: Sock will heißen Kaffee / Canan schaltet ergo die Frischwasserpumpe ein / 5 Minuten später Alarm durch den Rauchmelder im Motorraum – Schrecksekunde / Motor brennt nicht, Süßwasser in der Motorbilge hat den Alarm ausgelöst – Erleichterung / Wasserdetektor in der Bilge gibt auch Alarm / Quelle wird gesucht und gefunden: die Dusche im achteren Bumpel war aufgedreht und beförderte ca. 50 Liter Wasser in die Bilge / auspumpen und trocknen.

Wir liegen an den Pontoons von portsIB. Im Sommer ist hier kaum ein Platz zu ergattern, nun aber sind reichlich Liegeplätze frei und kosten mit 19,23 EURO /Nacht (all in) nur einen Bruchteil des Hochsaisonpreises. Freundlich und hilfsbereit ist das Personal, wir mögen es hier zu sein.

„RISSAGA“ – 1984 und 2006 hat dieses Wetterphänomen in Ciutadella riesige Schäden verursacht. Es ist ein „meteorologischer Tsunami“, der unter gegebenen Rahmenbedingungen den Wasserstand im schmalen Hafenschlauch von Ciutadella in Minuten drastisch, bis zu 3 Metern, sinken lässt, um dann als zerstörerische Flutwelle zurückzukehren. Für den 04. April gibt es eine Warnung ! 70 cm soll die Rissaga ausmachen – die Einheimischen winken gelassen ab, dies sei nicht so gefährlich. Ein bisschen aufgeregt sind wir schon. Tatsächlich werden es dann auch nur ca. 20 cm, kaum merklich an den Schwimmstegen.

Ciutadella – die schönste Stadt Menorcas‘. Bezaubernd ist die Altstadt mit ihren ruhigen Gässchen und hübschen Bauten und Plätzen, die Menschen sind freundlich und gelassen, die Auswahl an Läden und guten Restaurants ist groß.
 



 
Kulinarischer Höhepunkt ist jedoch eine Potluck-Party auf „Two Oars“, unserem Flaggschiff – Fischsuppe und überbackener Weichkäse irische Art, schwedischer Sandwich-Cake, türkische Weinblatt-Dolma, amerikanischer Magic Cookie Bar – selten so gut und in so netter Gesellschaft gegessen!

Mit den Leihwagen (50,- Euro für 3 Tage) erkunden wir die Insel. Killerkühe treffen wir (mehr dazu von Tim), die Haupstadt der Insel, MAHON, besuchen wir. Hier waren wir ja bereits im Jahr 2011:

Mahon - der traurige Untergang der "Dolphins"

Mahon 26.09. - 01.10.2011

Ruinen und Kultstätten, fast 3000 Jahre alt, die Cuevas de Colon, weiße Sandstrände - unsere Ausflüge sind interessant und machen Spaß. Richtig gut ist der berühmte „Mahon“-Käse, den wir direkt auf einer kleinen Farm einkaufen. Menorca gefällt.

Die Flotillengang
 
Die schöne Stadt BONIFACIO auf KORSIKA ist unser nächstes Ziel. Das liegt nicht so mal eben um die Ecke, sondern wird ca. 50 bis 55 Stunden Segeln bedeuten. Da wir uns in einem sehr windreichen (Mistral!) und durchaus nicht ungefährlichen Seegebiet (Seegang!) bewegen werden, galt’s, so früh im Jahr, ein passendes Wetterfenster zu erwischen. Wir denken, wir haben eins – Leinen los in Ciutadella heißt es für uns und unsere Freunde voraussichtlich am Dienstagmorgen, 09. April. Adios Espana, hasta luego!

 

Donnerstag, 4. April 2013

Cabrera 31.03. - 03.04.2013


Der erste Tag unserer Segelsaison 2013 meint’s gut mit uns. Windstärken zwischen 3 und 6 tragen uns in 5 ½ Stunden von Palma de Mallorca zur Insel CABRERA. Hier macht unsere kleine Flottille, bestehend aus dem Flaggschiff „Two Oars“ und den Segelyachten „Cachaca“, „Grace“ und „Lime Light“, am Ostersonntag, 31. März, fest an einer Boje. Diese Bojen, 50 davon liegen in der Bucht von Cabrera aus, lassen sich online reservieren und kosten 7,50 Euro/Nacht (bis 12 m Länge). Position Lime Light: 39 08.755‘ N, 002 56.116 E.

Two Oars


Der gesamte Archipel CABRERA ist Nationalpark und Meeresschutzgebiet und praktisch unbewohnt, abgesehen von der Garnison, zugehöriger Bar und Kantine sowie einigen wenigen zivilen Bewohnern. Ziegen, die’s mal auf der Insel gab, wurden verbannt – zu gefräßig. Während des Spanischen Unabhängigkeitskrieges von 1807 bis 1814 wurde auf der unbewohnten Insel ab 1809 eine Art Internierungslager für einen Teil jener französischen Gefangenen eingerichtet, die in spanische Hände gefallen waren. Von den insgesamt etwa 18.000 Gefangenen der Grande Armee wurden rund 12.000 auf die Insel verbracht. Ohne ausreichend Wasser, Nahrungsmittel und medizinische Versorgung zu haben, starben dort zwischen 3.500 und 5.000 von ihnen. Ein Denkmal in der Mitte der Insel erinnert heute an diese tragische Episode der Inselgeschichte.
 

Nur sehr wenige andere Yachten liegen mit uns in der Bucht, so dass die Parkranger und die Guardia Civil sich über die Abwechslung, die der Besuch unserer Flottille für sie bringt, freuen und zu small talk aufgelegt sind. Die „Cantina“ zapft zudem ein gutes Bier, das wir nach unseren Wanderungen über die Insel genießen. Die abendlichen Bordpartys mit Barbecue und Musik schließen die sehr schönen Tage auf der Insel ab. Ein besonderer Dank geht an Tim, der einen exzellenten Dinghi-Taxi-Service macht, welcher nach Ausfall der Außenbordmotoren von Grace und Two Oars notwendig wurde.
 
 
Cabrera's Meeresbewohner
die Freunde von Grace
Kanonenreiter
Ciaran&Jill&Jill&Roberto
 


 

 
 
 
 
 
 
 
 
 


Am Mittwoch, 03. April, heißt es um 06.00h morgens „Leinen los“. Das Ziel ist CIUTADELLA auf der Insel MENORCA, ca. 75 Seemeilen werden dorthin zurückzulegen sein.