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Dienstag, 11. September 2012

Von Rota (Atlantik) nach Mallorca 09.09. - 22.09.2012


10 Monate lang haben wir den Atlantik besegelt, lieben und respektieren gelernt.  Er verabschiedet uns mit einem freundlichen Gesicht - weite Strecken der 95 Seemeilen von ROTA nach ESTEPONA an der Costa del Sol haben wir fast ideales Segelwetter, Gaudi macht's. Vorbei rauschen wir am berühmten Kap Trafalgar, am Sonntag um 20.15h haben wir Tarifa querab - wir sind im Mittelmeer.

In Schleichfahrt, wie U96, geht's nachts durch die Strasse von Gibraltar. Getragen vom Gezeitenstrom, segelnd raumschots oder im Schmetterling, schleichen wir jedoch nicht, sondern machen meist 7 bis 8.5 Knoten Fahrt. Als wir hinter dem Felsen Gibraltars' nach Nordosten abbiegen, gibt's bis Estepona nochmal starken Wind auf die Nase. Gerefft, am Wind, 8 Knoten Fahrt - wir erreichen Estepona früher als erwartet und machen dort um 03.15h am Montagmorgen, 10. September, an einer Mooring fest. Position 36 24'.878 N, 005 09.479 W.

Die Marina ist fast voll, wir müssen uns in eine enge Lücke quetschen. Der Preis ist 22,- Euro/Tag all in. Estepona haben wir aus 2 Gründen angelaufen: wir waren schon im November 2011 für 4 Tage hier und haben es gemocht ( Estepona Nov. 2011 ), ferner können wir hier unsere Gasflaschen auffüllen lassen (sonst überall in Spanien nicht möglich). Leider klappt es mit dem Auffüllen erst am Mittwoch, so dass wir einen Tag länger als geplant in Estepona bleiben werden. Zeit ist, ungewohnt, leider ein Faktor für uns, denn Tim kommt am 20. September aus der Türkei zurück und landet in VALENCIA. Bis Valencia sind es ab Estepona fast 450 Seemeilen - das ist recht tough für 8 Tage, wir müssen Meilen fressen und Nachttörns einlegen.


Wieder im Mittelmeer - dies ist auch ein Wendepunkt in unserer Reise, etwas wehmütig sind wir. 5.348 Seemeilen (9.905 km) haben wir seit August 2011 zurückgelegt. Nun führt unser Weg nach Osten, Richtung Türkei, wo wir im Spätherbst 2013 Lime Light einparken und unsere Zelte aufschlagen wollen. Beruhigend, dass dazwischen aber noch Mallorca, Menorca, Korsika, Sardinien, Tunesien (Überwinterung), Sizilien, das Ionische Meer und Korfu, der Golf und Kanal von Korinth und einige Dutzend griechische Inseln in der Ägäis liegen werden.


Ein enges Zeitfenster für die Segelpassage von Estepona nach ALMERIMAR können wir am Mittwoch nutzen. Für den Donnerstag sind starke Ostwinde vorhergesagt ))-: , wir müssen Gummi geben. Und tatsächlich, in der letzten Stunde der Annäherung an Almerimar bläst's, nach ansonsten weitestgehend schwachen Winden aus West und Flaute, mit 6-7 Windstärken aus Ost. 22 Stunden und 116 Seemeilen liegen hinter uns als wir am Donnerstagmorgen, 13.09., an Mooring in der Marina festmachen. Position 36 41'.893 N, 002 47'.482 W. Der Preis, all in, liegt bei 21,50 Euro/Tag.
Auch hier waren wir schon einmal,  Almerimar, Okt. 2011 .

Während der Überfahrt haben wir mehrfach Delphine gesichtet. Nachts falle ich vor Schreck einige Male beinahe von der Sitzbank im Cockpit, als mit einem lauten Schnauben einer oder mehrere der munteren Gesellen in der Finsternis direkt neben Lime Light aus dem Wasser springen und mich mit ihrem lächelnden Gesicht betrachten, als ob sie sich einen Spaß daraus machten. Seeehr lustig, denke ich, ha ha, wohl Clownfrische gefrühstückt ...


Und wiederum haben ein Wetterfenster, das wir nutzen wollen - am Freitag werden wir wohl schon wieder ablegen und versuchen, nach DENIA zu segeln ... dies wird, wenn's klappt, ca. 48 Stunden dauern.


43 Stunden hat's gedauert, und wir haben gebummelt dabei, um nicht mitten in der Nacht in der Marina in DENIA anzukommen. 214 Seemeilen entlang der Costa Blanca zur Costa del Azahar, 3 Kaps gerundet, die westliche Hemisphäre verlassend, leider überwiegend Beinahe-Flaute. Am Sonntag, 16.09., kurz nach Sonnenaufgang sind wir fest in der Marina an 2 Moorings, Position 38 50'.355 N, 000 07'.176 E. Hier gilt noch der Preis der Hochsaison, welcher aber mit 36,- Euro/Tag  moderat ausfällt. Die Marina macht einen exklusiven Eindruck, schicke Restaurants und Bars unter Palmen säumen die Promenade. Für Dusche und WC stehen private Suites, 15 qm groß, zur Verfügung, super. Die 400 Liegeplätze sind zu etwa 90% belegt. Ein feiner Sandstrand ist in 5 Minuten, die Stadt zu Fuß in 20 Minuten erreicht.
Das Städtchen Denia ist nett, grün, touristisch, preislich aber auf der teuren Seite. Mindestens bis zum 21. werden wir hier bleiben, Bootsmann Tim am 20. wieder an Bord nehmen, um bei günstigen Winden dann ostnordostwärts nach Mallorca, Porto de Soller, zu segeln.


Bootsmann Tim hatte eine schöne Zeit in der Türkei, redlich verdient hat er es sich. Sein Zeugnis der 5. Klasse ist eingetroffen, Notendurchschnitt 1,4. Bravo Tim!


Der Plan ist, Denia am Sonntag, 24.09., Richtung Mallorca, PORT de SOLLER, zu verlassen. Die Wettervorhersage (am Freitag) verspricht eine schnelle Passage unter Segeln, bei frischen bis starken Winden, Beaufort 5-6, aus dem 3. Quadranten. Wir freuen uns darauf.
Am Samstagmorgen prüfen wir nochmals die Wettervorhersage: die Windstärke ab Sonntagabend ist korrigiert worden auf Beaufort 6-8, stürmische Winde, einige Tage anhaltend. Etwas zähneknirschend entscheiden wir, Denia sofort zu verlassen und uns diese Anstrengung zu ersparen. Der Preis dafür: Nix isses mit schnellem Segeln, Flaute und Beinahflaute am Samstag und Sonntag – motoren.

So kommt es dann auch – 25 Stunden brauchen wir für die 145 Seemeilen, die Windstille und fast glatte See machen es zur Kaffeefahrt. Die Entscheidung, vor den stürmischen Winden noch schnell durchzuschlupfen und Poseidon nicht herauszufordern,  erweist sich als richtig: die Windvorhersage wird am Samstagabend abermals korrigiert. Ab Sonntagabend ist Sturm in Windstärke 8-9 zu erwarten.



Sonntag, 6. November 2011

Benalmadena u. Estepona 05.11. - 11.11.2011

Bei Windstärken zwischen 6 und 8 quälen wir uns, regelmäßig salzig geduscht,  27.5 Seemeilen nach BENALMADENA. Um 16.05h machen wir im Puerto Deportivo fest mit Mooring in Position 36 35'.657 N, 004 30.806 W.

Die Marina hat 1000 Liegeplätze in mehreren Becken. Die Nacht inkl. Wasser und Strom kostet für uns 21,- Euro.

Die englische Grafschaft BENALMADENA und (das benachbarte) TORREMOLINOS ist Touristenhochburg par excellence, die Briten lieben es hier und geniessen auch jetzt im November das herrliche Sonnenwetter, die schönen Strände, das billige Bier.

Disneyland, denke ich, bei Anblick der Marina mit ihren künstlichen Inseln und umgebender Bebauung:








Tim hat keine Ferien mehr, muss wieder büffeln. Er hat sich mittlerweile an die Arbeits- und Vorgehensweise dieses Selbstunterrichtes gewöhnt und macht es recht gut. Die nächsten Ferien gibt es erst wieder zu Weihnachten, aber das ist ja auch schon in 7 Wochen. Unglaublich, bei 25 Grad und Sonnenschein, da schmelzen die Schoko-Weihnachtsmänner in den Regalen ...

Benalmadena, nur als Zwischenstop zwecks Warten auf abflauenden Wind angelaufen, werden wir am Montagmorgen Richtung ESTEPONA verlassen. 35 Seemeilen kürzeste Distanz, Wind natürlich wieder gegen uns.



Nach 40 Seemeilen, nicht ganz unruppig war es unterwegs bei 7 Windstärken, sind wir am Mo., 07.11., um 16.40h fest an Mooring im Puerto Deportivo de ESTEPONA. Position 36 24'.834 N, 005 09'.456 W.

Die Marina hat ca. 400 Liegeplätze, nicht alle für Segelyachten geeignet, ist sehr gepflegt, professionell gemanagt. Auf dem Gelände sind ein gutes Dutzend internationale Restaurants und Bars, es gibt einen gutsortierten Chandler. Zur Begrüßung wird uns als Präsent eine Flasche Rotwein überreicht, sehr nett die Mädels im Büro. Der Tag kostet 17,80 EURO, inkl. Strom, Wasser und WiFi.






Und, das Wichtigste für uns, wir finden den Mann in Spanien, der alle Typen von Gasflaschen auffüllt, was sonst nirgendwo der Fall ist. Unsere 2 fast leeren amerikanischen Flaschen sind nach 1 Stunde gefüllt, dies sollte für die nächsten 6 Monate ausreichen.


ESTEPONA ist eine recht schöne Stadt mit kilometerlangen Stränden und bietet alles. Die Marina liegt ca. 2 km ausserhalb, so dass wir nur einmal in die Stadt laufen. Per Bus machen wir einen Ausflug nach PUERTO BANUS und nach MARBELLA. Hübsch dort, vor allem die Altstadt Marbellas' gefällt. Tim zählt in Puerto Banus 2 Bentleys, 5 Porsche, 1 Jaguar, 2 Aston Martin, ...

Marbella Altstadt

Puerto Banus






Der Pizzabäcker, von dem wir am ersten Abend in der Marina Pizza holen, hat sicher andere Talente, wäre vielleicht besser Opernsänger oder Taxifahrer geworden. Sehr gut dagegen ein chinesisches Restaurant, das wir mit Stefan und Jessica besuchen.

Die beiden, erst Ende 20, machen ein Jahr Auszeit auf ihrer Segelyacht. Boot gekauft und los, super, aus Griechenland über Italien, Tunesien, Algerien,... hierher gekommen. Leider konnten sie ihren Plan, den Atlantik zu queren, nicht realisieren - Probleme mit dem Motor. Das Warten auf Ersatzteile hält sie nun auch schon 4 Wochen in Estepona fest.
Gezockt wird am Abend bei ihnen an Bord "Phase 10", ein tolles Kartenspiel, das uns 5 viel Spass macht.

Das Wetter ist ein Traum. 25 Grad, blauer Himmel, kein Wind, Sommergefühle. So kann's bleiben (vom Wind abgesehen), so wird's sein auf den Kanarischen Inseln. Bald sind wir da, in unserem Winterdomizil.

Den "Rock", den Felsen Gibraltars', haben wir schon vor Augen, ebenso die
afrikanische Küste. 25 Seemeilen sind es von Estepona nach GIBRALTAR, LA LINEA. Dorthin aufbrechen werden wir am Freitag, 3 Stunden nach Hochwasser, um 07.00h morgens. Wir freuen uns, dass Stefan und Jessica mit uns dorthin segeln - der Motor ist repariert.