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Freitag, 11. Oktober 2013

Schinousa und Astypalea 07.10. - 12.10.2013

Gerade einmal rund 200 Einwohner hat die kleine Kykladeninsel SCHINOUSA, in vergangenen Zeiten beliebtes Ziel und Nest für Piraten, in deren Hafen MIRSINI wir, allerdings in friedlicher Absicht, am Nachmittag des 07. Oktober römisch-katholisch festmachen, Position 36 52‘.241 N, 025 30‘.614 E.   Schinousa.com


Himmlisch ruhig ist die Nacht hier, die dann um 07.40h mit "Anker auf" endet, um die 52 Seemeilen lange Reise nach ASTYPALEA anzutreten. 

1400 Einwohner immerhin hat die Insel Astypalea, in dessen hübschen Hafen PLAKA wir am 08. Oktober kurz vor Sonnenuntergang römisch-katholisch auf 4 m Wassertiefe festmachen. Position 36 32‘.855 N, 026 21‘.271 E. Strom und Wasser gibt’s, ca. 15 Yachten finden an der Mole innen Platz. Wir treffen hier weitere 3 Yachten, die, wie wir, auf dem Weg nach Finike sind; es wird ein munterer Winter dort werden. Oberhalb von Plaka, an dessen Naturstrand es sich herrlich baden lässt, ist die Chora gelegen, dominiert von der Festung aus dem 15. Jahrhundert, gebaut als Schutz vor Piraten.

Astypalea wird nicht mehr zu den Kykladen gezählt, sondern zu den Dodekanes („Zwölf Inseln“, z.B. auch Rhodos, Kos) und kam als solches erst 1946, übergeben von Italien, zu Griechenland. Der Tourismus ist auf dieser abgelegenen Insel, die nur schmale Kiesstrände aufzuweisen hat, bisher unterentwickelt. Haupteinkünfte der Inselbewohner sind Ziegen- und Schafskäse, der Anbau von Zitrusfrüchten und der Fischfang (u. a. Hummer).

Die gesamte Woche war sommerlich warm, wir haben es genossen. Freitag dann sind wir sogar allein. Allein allein, ganz allein, die einzige Yacht im Hafen. Super. Unsere Insel!

Am Samstag, 12. Oktober, wird es heißen "Anker auf", um mit aufkommendem Starkwind aus Nordwest 40 Seemeilen gen Osten zur Insel NISYROS zu segeln. Möge Poseidon uns wiederum wohlgesonnen sein ...

Sonntag, 6. Oktober 2013

Naxos - Chora 02.10. - 07.10.2013

Unter gerefften Segeln rauschen wir bei Windstärke 6 und 1,5 m Welle raumschots durch den Kanal zwischen Paros und NAXOS in die dortige „Marina“. Mit Mooring machen wir fest am Pontoon 1 in Position 37 06‘.270 N, 025 22‘.468 E. Nikos ist hier der Hafenmeister und dirigiert alle Ankömmlinge, ca. 25 Yachten kann er in die kleine Marina pressen. Sie kostet für uns 13.90 Euro/Nacht all in, die Liegeplätze sind trotz des anhaltenden Starkwindes recht ruhig. NAXOS ist ein hübsches Städtchen, vom Massentourismus verschont, mit guten Tavernas und einem Labyrinth enger und entzückender Gassen. Zum Schwimmen ist's die Woche etwas zu kalt, aber auf den Stränden gleich neben der Marina hat Tim Möglichkeit, Drachen steigen zu lassen und zu detektieren. Was er da detektiert - guckst Du youtube - Tim's channel.

  
Die Marina ist voll, da einige Boote hier die derzeitige Starkwindphase abwettern. Für 3 Boote unserer „Finike-Flotilla“, welche am 04. Oktober von Paros aus nachkommen, findet Nikos aber auch noch einen Platz. So können wir einige Zeit gemeinsam mit Anne & David, Carole & Ian und Dave & Jeannie verbringen, bevor wir am Montag, 07. Oktober, Naxos mit Ziel MIRSINI auf der Insel SCHINOUSA verlassen.

Dienstag, 1. Oktober 2013

Paros - Naousa 29.09. - 02.10.2013

Schon von weitem sind sie gut auszumachen, die Portes-Felsen, die wir auf unserem Weg von Serifos zur Insel PAROS passieren.


Am 26. September 2000 starben hier 82 Menschen, als die RoRo-Fähre Express Samina mit ihnen kollidierte und sank. Der Kapitän des Schiffes sah sich zum Unglückszeitpunkt im Fernsehen ein Fußballspiel an. Unglaublich. Er und vier weitere Besatzungsmitglieder wurden 2006 wegen Totschlags und Fahrlässigkeit zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Die See war den gesamten Tag spiegelglatt, der Wind nahe null bis wir um 16.45h in NAOUSA an der Nordküste der Insel PAROS an einer Mooring festmachen, Position 37 07‘.469 N, 025.14‘.084 E. Die kleine Marina hat ca. 80 Liegeplätze, wir zahlen 18,10 Euro/Nacht zzgl. Strom und Wasser.
Die Marina ist Teil des romantischen venezianischen Hafens, nebenan liegen die Fischerboote unterhalb der alten Festung, Postkartenidylle. Der alte Ortskern, die kykladischen Würfelhäuser in strahlendem Weiß, mit Blau und Blumen geschmückt, ist mit seinen engen, überdeckten Gassen, den kleinen Kapellen, wie gemalt. So könnte Griechenland in einer Disneyworld dargestellt werden. NAOUSA ist immer noch ein Fischerort, aber gewachsen zu einem Top-Ferienziel, Treffpunkt Reicher und Schöner. Wir sind trotzdem da. Und erkunden mit einem Leihwagen die Insel, Orte wie Parikia (Hauptstadt) oder Lefkes geizen ebenfalls nicht mit Reizen.





Paros ist eine sehr attraktive Insel, auch mit tollen Stränden (Wikipedia: Paros ). Und gutes Essen gibt’s: in der Taverna „Yemeni" speisen wir ausgezeichnet, z.B. Octopus in süßem Rotwein, Lamm in Weinblättern. Diesen Abend verbringen wir mit Anne & David, Carole & Ian und Sue & Alan, wie wir mit ihren Yachten auf dem Weg zur Überwinterung in Finike in der Türkei. Super Leut.

Wir ändern unsere ursprüngliche Planung, Poseidon redet wie immer ein gewichtiges Wörtchen mit. Die Inseln Ios und Santorin werden wir nicht anlaufen, stattdessen Naxos und Schinoussa vorsehen. Der für die Ägäis typische Nordwind wird noch einmal richtig aufdrehen, aber wir hoffen, am Mittwoch, 02. Oktober, aus Paros auslaufen zu können.

Samstag, 28. September 2013

Serifos - Livadhi 27.09. - 29.09.2013

Auf Anhieb sympathisch ist uns die Insel SERIFOS, wo wir im Örtchen LIVADHI am 27. September nachmittags römisch-katholisch festmachen, Position 37 08‘.561 N, 024‘.30.933 E. 65 Seemeilen bei strahlendem Sonnenschein, leider nur zeitweise ausreichendem Wind, liegen hinter uns. Etwa 20 weitere Yachten sind hier, darunter als Bootsnachbarn Carole und Ian. Die Welt ist klein – sie haben mit ihrer Yacht den Winter 2011/12 in Cartagena verbracht und hier unsere Freunde Farida und Hubert kennengelernt.   Lime Light in Cartagena

Ian hat auch eine traurige Geschichte zu erzählen – die wunderschöne 25m-Yacht Uisge Beatha, die einige Tage im vergangenenen Sommer mit uns, und Hubert und Farida, vor der Insel Culatra lag, ist in der Karibik abgebrannt; Eigner Henk und Crew ist jedoch glücklicherweise nichts passiert.   Brand der Uisge Beatha

Die Hauptstadt der Insel ist CHORA, mit dem Bus von Livadhi bergauf in 15 Minuten erreicht. Wunderschön:





Natürlich gibt’s auch zur Insel Serifos eine Sage zu erzählen: Akrisios, der König von Argos, hatte zwar eine Tochter Danaë, aber keinen männlichen Erben. Gewarnt vom Orakel („Du wirst keine Söhne haben und dein Enkel wird dich töten.“), verwahrt er die noch kinderlose Danaë in einem Verlies, das mit bronzenen Türen gesichert ist und von wilden Hunden bewacht wird. Doch der Göttervater Zeus begehrt sie und findet durch das Dach des Gefängnisses Zugang zu ihr, indem er sich in einen goldenen Regen verwandelt. Danaë gebiert ihm den Sohn Perseus.
Um seinem Schicksal zu entgehen, lässt Akrisios Danaë mit ihrem Säugling in einer kleine hölzernen Arche auf dem Meer aussetzen; aber Zeus′ Bruder Poseidon glättet das Meer, damit sie nicht ertrinken. Als sie auf der Kykladeneinsel SERIFOS an Land gespült werden, birgt der Fischer Diktys die beiden und bringt sie zu seinem Bruder Polydektes, der König der Insel ist. Polydektes allerdings beginnt Danaë nachzustellen, doch Dyktis, wie später auch der heranwachsende Perseus, wissen sie zu beschützen. So kommt es Polydektes nur gelegen, dass der forsche Jüngling Perseus forteilen will, um das Haupt der Gorgone Medusa zu erbeuten, das jeden, der es ansieht, zu Stein erstarren lässt. Polydektes wurde schließlich, samt allen anderen, die nicht glauben wollten, dass Perseus das Haupt der Gorgone Medusa gefunden habe, versteinert. (Diese Felsenformationen werden den Besuchern noch heute gezeigt.) Vor dem Orakel gibt es kein Entrinnen: Ein Diskus von Perseus, bei seiner Rückkehr in einem Wettkampf geschleudert, wird von den Göttern so abgelenkt, dass der Großvater Akrisios tödlich getroffen wird.


Der Wind treibt uns nach PAROS, Insel 38 Seemeilen östlich von Serifos. Am 29. morgens heißt es Anker auf in Serifos. Die Insel MILOS, welche eigentlich geplant war, werden wir wegen vorhergesagter Südwinde nicht anlaufen.