Samstag, 15. Oktober 2011

Spanien - Cartagena 14.10. - 26.10.2011

Es ist 14.35h, wir sind fest längsseits eines Schwimmsteges in der Marina „Yacht Port Cartagena“ in CARTAGENA, Costa Blanca, Spanien. Nach altem Marinebrauch öffnen wir unser Einlaufbier, wohlverdient nach 170,9 Seemeilen, 27-stündiger Passage von Ibiza. Position 37 35‘.809 N, 000 58‘.709 W.

Auch Tim erfährt auf der Überfahrt einen alten Seemannsbrauch.  In Abwandlung der „Äquatortaufe“, der ein Seemann sich beim ersten Queren des 0. Breitengrades unterzieht, taufen wir Tim beim Queren des 0. Längengrades (Nullmeridian). Wir haben die östliche Halbkugel verlassen und bewegen uns in westlichen Längen.

Tim muss „Neptun“ Opfer bringen (Fender schrubben, Segel setzen, etc.) und wird vom Schmutz der östlichen Halbkugel mit einem köstlichen Taufmahl befreit. Die Menüfolge: Salami a la Sock an Nutella, Ingwerkeks mit Senfdressing, Milch-Ketchupshake und Corn Flakes in Meerwasser. Tim lässt sich das Mahl danach „nochmal durch den Kopf gehen“ und hat Neptun somit sein letztes Opfer gereicht. Stolz darf er sich nun als getaufter Seemann bezeichnen. Ja, grausame Sitten in der Seefahrt und ein gnadenloser Kommandant, der Sock….





Der „Yacht Port Cartagena“ ist uns auf Anhieb sehr sympathisch. Bereits die Abwicklung der Reservierung des Liegeplatzes mit der äußerst freundlichen Julia im Büro zeigte, dass man Yachties hier als Kunden betrachtet. Beim Anlegen assistiert uns ein Marinero, Julia versorgt uns anschließend mit allen wichtigen Infos. Die Marina, 310 Liegeplätze, ist sehr gepflegt, kostenloses Internet an einem Gäste-PC, sanitäre Anlagen tadellos. Die Liegeplätze sind großzügig bemessen, 12 Meter Breite sind für 2 Yachten vorgesehen. Und preiswert ist sie zudem, die Nacht kostet 22,42 Euro inkl. Strom und Wasser.

Die Überfahrt hat stundenweise viel Spass gemacht. Bei Windstärke 5 in der Nacht, Kurs am Wind, wirft Sock einem Katamaran, ebenfalls mit Kurs Cartagena, ca. 1 Meile vor uns, den Fehdehandschuh hin und erklärt die Regatta für eröffnet. Unter Vollzeug gibt Lime Light alles, ein wilder Ritt. Ich freue mich diebisch, wie wir uns Kabellänge um Kabellänge (= 185,2 m) an den Katamaran heranarbeiten und ihm schließlich triumphierend unser Hecklicht und die Siegerfaust präsentieren. Männer sind Kinder...

Cartagena, da sind wir:


die Marina (Teil davon)
Cartagena wurden von den Karthagern, dem Bruder Hannibals', gegründet. Kurz danach, im 2. Punischen Krieg, eroberten es die Römer und nannten es "Nova Karthago".  Die Vandalen, die Goten, die Oströmer, schließlich vom 8.  bis zum 13. Jahrhundert unter Herrschaft der muslimischen Mauren. 1245 wurde es durch die Christen zurück erobert. Auf und Ab ging es mit der Stadt, ihrem sehr gut geschütztem Hafen und den Minen im Umland. Im spanischen Bürgerkrieg wurde Cartagena 1936 heftig von den Deutschen und Italienern, die Franco unterstützten, bombardiert, bevor es sich als letzte spanische Stadt 1939 Franco ergab.

E ist eine fantastische Stadt! Sie trägt zurecht den Beinamen "Puerto de Culturas". Das Nebeneinander von Alt und Neu, die Architektur der Moderne, die Parks mit wilden Papageien, zahlreiche kleine Kunstwerke, die Sauberkeit und Ruhe, die autofreie Innenstadt (gepflastert mit Marmor!) mit ihren zahlreichen Gebäuden im Jugendstil und den vielen shops und Bars, beeindrucken und gefallen uns sehr.

An der Hafenpromenade:





 Impressionen der Stadt, 2 Minuten von der Marina:


















Wir besuchen das Nationale Museum der Unterwasserarchäologie und ein Museum der Luftschutzbunker und des Spanischen Bürgerkrieges. Modern, multimedial, interaktiv - so machen Museen Spaß.






Schöne Graffittis in der Stadt:




"Was macht er nur?" und "Was wollen die nur?":




Nach unserer ersten Erkundung Cartagenas' gönnen wir uns im "El Barril Del Tapeo" leckere Tapas und Wein. Sicher nicht das letzte Mal dort...


Sonntagabend gute Nachrichten aus Tirol: Dr. Juli, der Hase und Tiger Magnus kommen uns besuchen! Mit ihrem Snoopy (VW Bulli) brechen sie in Kürze auf und werden wohl Freitag/Samstag in Südspanien sein. Wir freuen uns riesig!

Cartagena bietet alle Vorzüge einer Großstadt (215.000 Einwohner), so z.B. Einkaufszentren. Wir shoppen, Tim bekommt eine neues keyboard für den Musikunterricht. Meist essen wir an Bord: das köstliche spanische Schweinefleisch, Fisch frisch vom Wochenmarkt, Käse und Schinken, den sehr guten und preiswerten spanischen Wein.
Am späten Nachmittag gönnt sich Sock in einer Bar an der Promenade im Sonnenschein einen Caffe solo und einen Carlos III, Canan einen trockenen Martini. Die Temperaturen erreichen nach wie vor 27 Grad! Uns geht's gut...

Tim hat jetzt einen Zopf, gegelt ausserdem. Wuff, wuff, Sock gefällt's nicht, aber Tim darf das natürlich selbst entscheiden. Wuff, wuff...

Die "Club Med II", Kreuzfahrtschiff mit 5 (Pseudo-Segel-) Masten, gibt sich die Ehre am Donnerstag. Nicht billig, 1 Woche an Bord dort - ab 3000,- Euro geht was.

Club Med II
Martini und Kakao












Am Freitag sind die 3 1/2 Haidachers (Juliane ist im 7. Monat) da! Die Marina hatte freundlicherweise erlaubt, dass sie mit ihrem Snoopy-Camper in der Marina stehen und übernachten dürfen, muchas gracias. Wir verbringen viel Zeit miteinander, fahren zu den schönen Stränden der Umgebung. Markus bringt Tim geduldig die Grundzüge des Wellenreitens bei; einige Male schafft Tim es tatsächlich, auf dem board ein Stück zu reiten.
Am Montag fahren sie mit Snoopy schon mal vor, weiter Richtung Südwesten; wir wollen uns in der Nähe von Almeria wieder treffen. Schön, dass sie da sind!




 
Tiger, Hase und Bär

Wir lernen Hubert und Farida kennen, die seit 2 Jahren gemeinsam auf ihrem Boot unterwegs sind. An 2 netten Abenden trinken wir eine Tasse Tinto zusammen, mit Hubert baue ich (endlich) einen Bullenstander (für die Nichtsegler: ist kein Schweinskram), den wir im Atlantik sicher gut werden gebrauchen können. Den beiden gefällt Cartagena so gut, dass sie sich entschließen, dort zu überwintern.

Auch die "DoLittles", 2 Kanadier, Lori und Wally, seit 5 Jahren mit 3 Hunden auf ihrem Boot, werden in Cartagena überwintern. Wir waren ihnen schon auf der Isola San Pietro und auf Menorca begegnet, die Welt ist klein.

Sie haben mit ihrem Boot, auf dessen Vorschiff ein grosses Schwein aus Kunststoff steht, auch die deutschen Kanäle befahren. In Münster hat Lori 3 betrunkene Studenten nachts bei dem Versuch ertappt, das Schwein zu stehlen - das Angebot, stattdessen noch ein Bier an Bord zu trinken, haben die Studenten gerne angenommen.



Am Mittwoch, 10.00h, verlassen wir Cartagena nach 12 schönen Tagen und setzen südwestlichen Kurs auf ALMERIMAR, kürzeste Distanz 110 Seemeilen.



Montag, 10. Oktober 2011

Ibiza - Eivissa 10.10. - 13.10.2011

Mallorca meint es gut mit uns - von den knapp 15 Stunden Überfahrt nach IBIZA segeln wir mehr als 10 Stunden, Windstärke um 4, klasse.

ein Besucher ruht sich aus

Annäherung an Ibiza



76,3 Seemeilen geloggt, der Anker fällt am Mo., 10.10., um 09.55h in der Bucht von TALAMANCA bei IBIZA-STADT / EIVISSA, 5m tief auf Sand und Gras. Position 38 54'.755 N, 001 27'.493 E.

Mondaufgang über Talamanca

Die Insel der Reichen und Schönen, wir sind trotzdem da.
Die Marinas in Ibiza-Stadt sind exorbitant teuer, Ankern im Vorhafen leider verboten, die Talamanca ist die einzige Ankerbucht in Nähe der Stadt. Bei ruhigem Wetter liegt man hier prima, die Stadt ist gut zu erreichen. Ein kurzer Dinghi-Ritt zum Strand, 100m laufen bis zur Anlegestelle eines Pendelbootes bei der Marina Botafoch, 10 min. Bootsfahrt, und man ist bei der weitläufigen Altstadt mit ihrem Hafenviertel La Marina, dem alten Fischerviertel Sa Penya und der eigentlichen Altstadt Dalt Villa.

Ibiza-Boy

Wir besuchen Dalt Villa am Dienstag. Soo touristisch, und doch sooo schön ist das Labyrinth aus engen und steilen Gassen, die weissen Häuser, die vielen Boutiquen, Bars etc.. Umsäumt wird das Viertel von der alten Festungsanlage aus dem 16. Jahrhundert, oben auf dem Hügel die Kathedrale.







Sock war zuletzt in Ibiza 1984, zusammen mit Stefan und Ralf (Gruß !), mit einer sehr schönen und schnellen Segelyacht (Marke "Cayenne"), kommend aus dem Norden Spaniens'. Da gab's noch kein GPS, keine Chartplotter, keinen Autopiloten. Funkbojen wurden gepeilt, Steuern Pi mal Daumen, da lag man auch schon mal 20 Grad daneben und hat's nicht bemerkt. Angekommen sind wir trotzdem immer.
In Ibizas' Discotempeln, Ku und Pacha damals, sah ich das erste mal Mädchen in Käfigen, an der Decke hängend tanzen - bizzar faszinierend - das gab's in Deutschland nicht.
Anekdoten dazu gibt's ne Menge, eine davon: Ralf hatte sich in Ibiza für die Discos neu eingekleidet, eine Art Araberkutte, ganz in weiß. Nur an neue, coole Schuhe hatte er nicht gedacht. So war dann der Look "Araberkutte mit schwarzen Halbschuhen und schwarzen Socken" - der Look hat keinen neuen Trend gemacht, Stefan und ich haben uns schlapp gelacht.

Tim kommt wieder in ein paar Jahren, sagt er, dann kann er alle Discos besuchen. Das Ku heißt heute übrigens Privilege, Fassungsvermögen 14.000 Gäste!



Vatti und Mutti lassen's ruhig angehen und liegen schon in der Koje, wenn Ibizas' Nachtleben erwacht. Ein Sundowner in der Strandbar "Flotante" gleich gegenüber (gut und preiswert, leckere Tortillas), eine Tasse Wein an Bord, die leichten Wellen wiegen anschließend sanft in den Schlaf, herrlich. 

Schöne Yachten gibt es in Ibiza zu bestaunen. Unten die "Nirvana", 54 m lang, 12 m breit. Eine Ketch mit 920 m2 Segelfläche. Die Winchen darauf erinnern an eine Litfaßsäule, die Fender auf dem Foto sind mehr als 2m lang. Auf dem 2. Foto ist ein Mann im Mast -gesehen?



Mittwoch ist Strandtag. So 10 Restaurants und Bars gibt's am Talamanca-Strand, goldgelb ist der Sand, gemischtes nettes Volk. Züchtig schlägt Sock die Augen nieder, wenn er die Mädels dort sieht (-:

Gute Nachricht am Mittwochabend - "the best uncle of the world", Rauf, "the Koc", kommt für 4 Wochen auf die Kanarischen Inseln, um uns zu besuchen. Tim freut sich riesig (wir auch), hoffentlich klappt's.

Donnerstagmorgen - Anker auf. Ziel ist CARTAGENA auf der iberischen Halbinsel, Ankunft am Freitagabend. Das ursprünglich geplante Alicante lassen wir aus - die Marina dort ruft 58,90 Euro pro Tag auf. Cartagena: 22,48 Euro.

Samstag, 8. Oktober 2011

Mallorca - Palma de Mallorca - 06.10. - 09.10.2011

Segeln vom Feinsten - mit geschrickten Schoten am Wind, Beaufort 3-5, kleine Welle, strahlend blauer Himmel - es macht richtig Spass, die knapp 29 Seemeilen von Colonia de Sant Jordi nach PALMA DE MALLORCA zu segeln. Mit 6 bis 8 Knoten Fahrt, begleitet von rund einem Dutzend anderer Yachten, pflügen wir durch die Bahia de Palma, Ziel ist die Marina in CALA NOVA.
das Cap Blanc
Am Wind. Krängung...


CALA NOVA ist ein Vorort Palmas'. Die Marina dort hat ca. 10 /15 Gastliegeplätze mit Moorings. Es kostet 36,- Euro/Nacht inkl. Strom und Wasser, dies ist deutlich preisgünstiger als die Marinas direkt in Palma. Die sanitären Anlagen sind sauber, alles sehr gepflegt, es gibt ein gutes Restaurant in der Marina. Position 39 32'.941 N, 002 35'.99 E.
Cala Nova / Sant Agusti bietet alles, Restaurants, Cafes, Supermärkte,...




Canan fragt vor dem Einlaufen, ob sie in der Marina anrufen soll, um uns zu avisieren. Ich winke ab. Fehler. Leichtsinn beim Segeln rächt sich fast immer.
Beim Anlegen haben wir recht starken Seitenwind, das ist nie schön, schon gar nicht für eine 4 1/2-händige Crew. Da muß Alles schnell, Nichts darf schief gehen. Tim spring wagemutig auf die Mole, hält die Vorleine, gut. Nur jetzt läßt sich die Mooringleine nicht durchholen, warum auch immer. Wir vertreiben seitlich, beim nicht einfachen Hinausbugsieren aus der Lücke ziehen wir uns am Bug eine kleine Schramme zu. Das ärgert den Sock, gibt Canan recht. "Typisch Mann". Sie ruft die Marina an, per Radl kommt "Jose" um uns beim 2. Anlauf an anderer Stelle, mit intakter Mooring, zu assistieren, das klappt natürlich.

Wir verbringen den Abend an Bord, stossen auf und mit Tim an. Er hat die ersten Tests per e-mail von seiner Schule zurück bekommen - " sehr gut" und "gut", weiter so.

PALMA DE MALLORCA -  gut 300.000 Einwohner, das Herz Mallorcas', viele meinen es sei die schönste Großstadt des Mittelmeeres. Problem ist, daß zu viele dies wissen - als wir freitags und samstags durch die unglaubliche, imposante Altstadt schlendern, tun wir dies mit Tausenden anderer Besucher.










Direkt vor unserer Marina fahren 2 Buslininien, die uns in 15 Minuten für 1,25 Euro in das Zentrum Palmas' bringen. Wir laufen die Hafenpromenade, den Passeig Maritim, entlang und bestaunen die mehr als 3000 Yachten.

Mastenwald





Unser Freund STEVEN, dem wir auf seiner Yacht bereits in Kreta und Malta begegnet waren, ist auch in Palma - wir treffen uns an 2 Tagen mit ihm. Steven will seine Yacht in Kürze zur Überwinterung auf die spanische Halbinsel bringen, um dann Ende November auf seines Vater's Yacht im Rahmen der ARC von Teneriffa aus in die Karibik zu segeln. Papa's Boot ist eine MOODY 62, Baunummer 1, ein echter Hammer.



Am Freitag, auf allgemeinen Wunsch der Kinder unter uns, gehen wir ins Hard Rock Cafe. Tim ist fasziniert. Samstags, nach ausgiebiger Erkundung der Altstadt, finden wir das "Cafe Coto", wo wir ausgezeichnet essen. Es war nicht einfach, freie Plätze in einem der vielen Restaurants zu finden, alle voll.



Den Sonntag verbringen wir relaxt, Canan joggt, wir erledigen kleine Arbeiten am Boot, gehen schwimmen am kleinen Sandstrand an der Marina.

Am  frühen Abend werden wir Palma mit dem Ziel IBIZA-Stadt verlassen. Wir rechnen mit 12-15 Stunden Passage.

Mallorca Colonia de Sant Jordi 05.10. - 06.10.11

Hier, ganz im Süden Mallorcas', wo es die schönsten Sandstrände gibt, lassen wir in der Bucht vor dem Ort COLONIA DE SANT JORDI (Puerto de Campos), auf 4 Metern den Anker fallen. Position 39 18'.875 N, 003 00'.069 E. Der Grund ist Sand und Felsen.

Die Strände der Region sind superb, unverbaut, auch in der Hochsaison nie überfüllt. Der Ort, überwiegend Neubauten, zu dem Canan und Tim als abendlichen Sport per Dinghi rudern, ist nichts Besonderes.

der Maitre kocht...

Eigentlich wollten wir von hier nach IBIZA segeln, aber der Mistral tobt sich mal wieder richtig aus.


Wir haben keine Lust, uns 15 Stunden lang den hohen Wellen auszusetzen und beschließen, nach PALMA de MALLORCA zu segeln um auf besseres Wetter zu warten. "Anker auf" am Donnerstag um 12.00h. Es dauert etwas, Kette und Anker müssen mit Gefühl und Geduld aus dem felsigen Untergrund gewuselt werden.


Sonntag, 2. Oktober 2011

Mallorca - Portocolom 02.10. - 05.10.2011

MALLORCA, die 365/24-Insel – da sind wir. Am Sonntag, 02.10., machen wir um 08.00h, nach 70.5 Seemeilen, fest an einer Boje in PORTO COLOM, einem Fischer- und Ferienort gelegen an der Südostküste. Unsere Überfahrt von Menorca-Mahon war recht schauklig, wenig Wind, recht hohe Wellen, meist etwas achterlicher als querab.

Eigentlich waren wir schon um kurz nach 06.00h eingetroffen, doch ich hatte vergessen, dass die Sonne in Spanien, aufgrund der geographisch eigentlich nicht gebotenen Zeitzonenwahl, so spät aufgeht. Dies tut sie um 07.45h, bei Dunkelheit und so kurzer Wartezeit wollten wir in den unbekannten und teilweise sehr flachen Hafen nicht einlaufen.  

In PORTCOLOM gibt es neben 2 Schwimmstegen des Club Nautico ein Bojenfeld mit etwa 40-50 für Yachten geeigneten Bojen. Ein Teil der Bojen war für uns, mit 1.90m Tiefgang, in zu flachem Wasser, ebenso Ankerplätze im Süden der Bucht. Auf den Ankerplätzen im Osten, mit größerer Wassertiefe, liegen einige Yachten. Wir haben Glück – eine einzige geeignete Boje ist frei. Sie ist zudem sehr nahe gelegen zur Hafenpromenade und zu den sanitären Einrichtungen. Zahlen sollten wir für unseren Liegeplatz nichts. Position: 39 25‘.209 N, 003 15‘.802 E.

Wir ruhen etwas aus. Gegen Mittag kommt „Philippe“ mit seinem Sohn in seinem Dinghi zu uns. Er lädt Tim ein, zusammen mit ihnen im Dinghi zum Strand zu fahren. Das Wasser in der Bucht ist sehr sauber. Auf der Ostseite, ganz in der Nähe, gibt es zwei kleine Sandstrände.

Philippe und Tina, eine Deutsche, leben in Frankreich und machen mit ihren beiden Söhnen, Nicola (7) und Timeo (4), eine einjährige Segelreise. Überwintern werden sie wahrscheinlich in der Türkei.

Nach ihrem Strandaufenthalt kommen sie zu uns an Bord, wir unterhalten uns gut, verabreden uns für den nächsten Tag.

wie die Großen ...



Tim verbringt am Montag einige Stunden mit den beiden kids, während Canan und Tina Proviant einkaufen. Der Supermarkt „Eroski“ liefert den Einkauf in den Hafen, das ist praktisch.

Am Abend gehen wir zusammen gut und preiswert Tapas essen (für uns 7 zahlen wir inkl. Getränken 64,- Euro) und verbringen einen schönen Abend. Am Dienstagmorgen brechen die 4 in Richtung Sardinien auf, wir verabschieden sie herzlich und wünschen alles Gute!

Portocolom’s Altstadt ist ursprünglich und beschaulich, nur wenig vom Tourismus tangiert. Anders ist es in der Neustadt, Hotels und Appartmentanlagen, nichts Besonderes, wo sich das Strandleben in der Cala Marcal abspielt. An der Hafenpromenade gibt es einige Restaurants, mit Anspruch, uns scheint das Preis-Leistungsverhältnis dort nicht ausbalanciert.


Canan's Bastelstunde...






Dienstag mieten wir ein Auto (37,- Euro), erkunden den Südosten Mallorcas‘ etwas. Wir fahren in den Naturpark und die Bucht MONDRAGO. Hier, wie den ganzen Tag, hören wir mehr Deutsch als Spanisch. Die Hotels und Strände sind voll. Mondrago ist trotzdem sehr schön, das Wasser türkisblau, die Wanderung durch den Park intereressant.




In CALA FIGUERA, ein kleiner Ort, Postkartenidylle, essen wir mittags sehr gut Tapas, bevor wir den Nachmittag am schönen (und vollen) Sandstrand in der CALA SANAYI verbringen.

Cala Figuera

Mittwoch, 05.10.,  verlassen wir Portocolom, um ca. 20 Seemeilen nach COLONIA di SANT JORDI zu motoren. Es ist Schwachwind, wir tuckern küstennah an der karstigen Südostküste mit ihren hübschen Buchten um den südlichsten Punkt Mallorcas‘ herum. Es sind viele Yachten unterwegs - der frühe Oktober ist im Mittelmeer sicher auch eine der schönsten Zeiten des Jahres .