Donnerstag, 23. Mai 2013

Sizilien - Catania 13.05. - 24.05.2013

Wir werden zwar vom Meeresungeheuer „Skylla“, die sechs der Gefährten Odysseus‘ in der Passage der Straße von Messina tötete und fraß, verschont, aber diese Meerenge verlangt unsere volle Aufmerksamkeit, vor allem der Unstetigkeit des Windes und den heftigen Böen geschuldet.  Unser ursprüngliches Ziel, die Ankerbucht vor Taormina, schauen wir uns an, segeln aber weiter – bei dem vorherrschenden Starkwind in Stärke 5 bis 7 ist Ankern dort unmöglich. Wir erklären die Marina in Riposto zu unserem neuen Ziel – bei der Annäherung an die Marina hat der Wind jedoch Sturmstärke, Beaufort 8 – 10, erreicht. Einfahrt in die vor Wind ungeschützte Marina ist nicht ratsam, so dass wir schließlich noch weiter südlich den Hafen von CATANIA anlaufen.

Am Schwimmsteg des dortigen Club Nautico Catania machen wir am 13. Mai um 20.45h fest an 2 Moorings, 90 Seemeilen haben wir an diesem Tag geloggt. Position 37 29‘.970 N, 015 05‘.567 E.

Überraschung – die schwedischen Freunde von „Grace“ sind dort, das hatten wir nicht erwartet. Anette & Björn & kids begrüßen uns mit Champagner und Snacks auf dem Steg, groß ist die Freude des Wiedersehens.

Der Club Nautico, ca. 40 Liegeplätze, war der billigste der 4 Anbieter von Liegeplätzen in Catania, nach freundlicher Verhandlung mit Manager Guiseppe zahlen wir 35,- Euro/Nacht all in. Guiseppe erweist sich als ungemein hilfsbereit und hält die Anlagen des Clubs unermüdlich in tadellosem Zustand. Catania ist ein großer, kommerzieller Hafen. Es herrscht reger Verkehr an Fähren, Frachtern und großen Kreuzfahrtschiffen, aber nachts ist es dennoch ruhig.

Der Club ist nur 5 Minuten zu Fuß entfernt von der fantastischen Altstadt Catanias‘, in der auch der schönste und bunteste Wochenmarkt Italiens‘ stattfindet, „La Pescheria“. Fangfrische Fische glitzern zwischen Bergen aus Muscheln, Seeigeln und Schalentieren aller Art, aus denen die Schwerter der riesigen Schwertfische hervorstechen . Lebendige Schnecken versuchen aus ihren hölzernen Gefängnissen zu fliehen, werden aber unerbittlich auf ihrer rasanten Flucht gestoppt und in die Holzkiste zurück geworfen. Von Schwein, Schaf, Rind und Pferd wird alles, wirklich alles, was essbar ist, angeboten. Kirschen, Erdbeeren, Zitrusfrüchte, Gemüse aller Art, Oliven, Kräuter und Käse – die Fischer, Bauern und Händler preisen ihre prächtigen Waren mit heisernen Stimmen tagtäglich an. Canan lässt keinen Tag aus, um hier einzukaufen. Ein Erlebnis, und sehr preiswert ist es auch.
 
 
 
 

Catania, die "Schwarze Tochter des Ätna“, ist mit ca. 300.000 Einwohnern Siziliens‘ zweitgrößte Stadt, nach Palermo. Sieben Mal wurde die Ansiedlung durch Ausbrüche des Vulkanes Ätna oder Erdbeben zerstört, zuletzt Ende des 17. Jahrhunderts. Aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts stammen dann auch die prächtigen Barockbauten der Stadt, die vielen Palazzi und Kirchen.



 
 
Noch mehr beeindrucken die Menschen dieser Stadt (und Insel) uns. Gastfreundlich, warm, lebhaft, stolz, rasende Säue hinter’m Steuer ihres Autos oder Scooters (Sock genießt das Fahren hier!) – wir fühlen uns sehr wohl.

Per Leihwagen machen wir Ausflüge. NOTO besuchen wir, das gerade das Fest des Frühlings, „Infiorata“, feiert. Noto ist Hauptstadt des italienischen Barock, Unesco-Welterbe, in der sich prachtvolle Klöster und Palazzi aneinander reihen. Zur Infiorata wird eine Gasse mit herrlichen Blumenbildern geschmückt:
 
 


Natürlich lassen wir auch TAORMINA nicht aus, mit fast 2 Millionen Besuchern jährlich Topziel des Tourismus auf Sizilien. Zurecht, sicher. Wunderschön ist das Städtchen mit seinen vielen kleinen Gassen und blumengeschmückten Bilderbuchhäusern, aber schon jetzt im Mai ist es übervoll und die Touristen treten sich auf der Flaniermeile Corso Umberto auf die Zehen.




 
 

Eine Rundfahrt um den ÄTNA führt uns in die faszinierende Vulkanlandschaft mit ihren einzigartigen Farben, Geröll- und Kraterlandschaften. Schnee liegt noch auf den Gipfeln des Vulkanes, der 3.350 Meter hoch ist; nur etwas tiefer gelegen blühen Sträucher, Bäume und Blumen. Ein imposanter Berg ist es – 42 km Durchmesser, Basisumfang 212 km, mehr als 250 Krater, ständig aktiv. Die Ausbrüche sind fast immer relativ schwache Explosionen, die nur in nächster Umgebung durch Lavastrom und Ascheregen Schaden anrichten. Anders zuletzt im Herbst 2002 - ein gewaltiger Ausbruch verursachte Schäden von fast 1 Milliarde Euro, vor allem durch die Zerstörung touristischer Anlagen an den Flanken des Vulkans.
 
 

 
Unsere schwedischen Freunde von „Grace“ nehmen Abschied – sie segeln am 21. Mai nach Griechenland. Wir sind traurig – hoffentlich sehen wir uns wieder. So long, take care!



Unser Baby Minigrid sagt Bye bye!

 
Auch wir verlassen Catania. Am Freitag, 24. Mai, werden „Cachaca“ und wir 30 Seemeilen nach Süden segeln in die Ankerbucht vor der wunderschönen Stadt SIRACUSA.

 

Kommentare:

  1. Hallo, wir würden eventuell gerne eines Ihrer Bilder (verschüttetes Haus beim Vulkan) in einer Ausstellung über Vulkane verwenden. Würden Sie uns dafür die Nutzungsrechte (einfache schriftliche Erlaubnis) für das Bild geben? Eine Kontaktadresse wäre schön, da ich hier leider nichts gefunden habe. Gruß Sinja M.

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