Freitag, 28. Oktober 2011

Almerimar - Costa del Almeria 27.10. - 30.10.2011

Am Donnerstag, 27.10., machen wir um 09.00h fest an einer Mooring im Puerto Deportivo in ALMERIMAR – Costa del Almeria. Position 36 41‘.893 N, 002 47‘.482 W.

130 Seemeilen waren es von Cartagena, 23 Stunden dauerte die ruhige Überfahrt, leider unter Motor. Eine Sichtung zweier neugieriger Delphine, direkt neben dem Boot, und einen Sonnenuntergang mit bizarren Farben und Wolken gibt es zu berichten.



Der Empfang in der Marina ist sehr freundlich. Die Kosten je Nacht sind mit 11,20 Euro inkl. Wasser und Strom gering.
Der Puerto Deportivo hat 1100 Liegeplätze, wir parken unsere Lime Light direkt vor dem „Stumble Inn“, einem Pub. Direkt am Wasser sind in dieser großen Marina Appartmentblöcke, recht hübsche, gebaut, es gibt eine Vielzahl von Restaurants, Bars, etc., alle ist sehr gepflegt. Einige der Appartmentblöcke jedoch scheinen weitestgehend leer zu stehen, nachts hat es dort dann Geisterstadtatmosphäre. In der Marina überwintern viele Boote und auch Eigner, überwiegend Briten, ein bisschen was ist also noch los.









Tiger, Hase und Juli sind auch in Almerimar und haben sich ein 4-Sterne-Hotel, direkt am weitläufigen Strand gegönnt. Schön ist das Meer hier und mit 22/23 Grad auch noch warm genug.







Das „Stumble Inn“ wird unser zweites Zuhause, nette Menschen dort. Wir spielen Pool und Dart, trinken ein Tässchen Bier, Tim schaut Fußball etc.. Am Samstag versammelt sich die englische Gemeinde dort zu einem kollektiven Betrinken bei Live-Musik und Tanz, Tirol und Westfalen halten recht gut mit. Nur beim Pool haben wir keine Chance gegen 2 Engländer, Künstler die beiden.


Sonntagmorgen, 30.10., um 07.30h heißt es Leinen los, volltanken und Kurs Richtung MALAGA, Caleta de Velez, ca. 65 Seemeilen gen Westen.








Samstag, 15. Oktober 2011

Spanien - Cartagena 14.10. - 26.10.2011

Es ist 14.35h, wir sind fest längsseits eines Schwimmsteges in der Marina „Yacht Port Cartagena“ in CARTAGENA, Costa Blanca, Spanien. Nach altem Marinebrauch öffnen wir unser Einlaufbier, wohlverdient nach 170,9 Seemeilen, 27-stündiger Passage von Ibiza. Position 37 35‘.809 N, 000 58‘.709 W.

Auch Tim erfährt auf der Überfahrt einen alten Seemannsbrauch.  In Abwandlung der „Äquatortaufe“, der ein Seemann sich beim ersten Queren des 0. Breitengrades unterzieht, taufen wir Tim beim Queren des 0. Längengrades (Nullmeridian). Wir haben die östliche Halbkugel verlassen und bewegen uns in westlichen Längen.

Tim muss „Neptun“ Opfer bringen (Fender schrubben, Segel setzen, etc.) und wird vom Schmutz der östlichen Halbkugel mit einem köstlichen Taufmahl befreit. Die Menüfolge: Salami a la Sock an Nutella, Ingwerkeks mit Senfdressing, Milch-Ketchupshake und Corn Flakes in Meerwasser. Tim lässt sich das Mahl danach „nochmal durch den Kopf gehen“ und hat Neptun somit sein letztes Opfer gereicht. Stolz darf er sich nun als getaufter Seemann bezeichnen. Ja, grausame Sitten in der Seefahrt und ein gnadenloser Kommandant, der Sock….





Der „Yacht Port Cartagena“ ist uns auf Anhieb sehr sympathisch. Bereits die Abwicklung der Reservierung des Liegeplatzes mit der äußerst freundlichen Julia im Büro zeigte, dass man Yachties hier als Kunden betrachtet. Beim Anlegen assistiert uns ein Marinero, Julia versorgt uns anschließend mit allen wichtigen Infos. Die Marina, 310 Liegeplätze, ist sehr gepflegt, kostenloses Internet an einem Gäste-PC, sanitäre Anlagen tadellos. Die Liegeplätze sind großzügig bemessen, 12 Meter Breite sind für 2 Yachten vorgesehen. Und preiswert ist sie zudem, die Nacht kostet 22,42 Euro inkl. Strom und Wasser.

Die Überfahrt hat stundenweise viel Spass gemacht. Bei Windstärke 5 in der Nacht, Kurs am Wind, wirft Sock einem Katamaran, ebenfalls mit Kurs Cartagena, ca. 1 Meile vor uns, den Fehdehandschuh hin und erklärt die Regatta für eröffnet. Unter Vollzeug gibt Lime Light alles, ein wilder Ritt. Ich freue mich diebisch, wie wir uns Kabellänge um Kabellänge (= 185,2 m) an den Katamaran heranarbeiten und ihm schließlich triumphierend unser Hecklicht und die Siegerfaust präsentieren. Männer sind Kinder...

Cartagena, da sind wir:


die Marina (Teil davon)
Cartagena wurden von den Karthagern, dem Bruder Hannibals', gegründet. Kurz danach, im 2. Punischen Krieg, eroberten es die Römer und nannten es "Nova Karthago".  Die Vandalen, die Goten, die Oströmer, schließlich vom 8.  bis zum 13. Jahrhundert unter Herrschaft der muslimischen Mauren. 1245 wurde es durch die Christen zurück erobert. Auf und Ab ging es mit der Stadt, ihrem sehr gut geschütztem Hafen und den Minen im Umland. Im spanischen Bürgerkrieg wurde Cartagena 1936 heftig von den Deutschen und Italienern, die Franco unterstützten, bombardiert, bevor es sich als letzte spanische Stadt 1939 Franco ergab.

E ist eine fantastische Stadt! Sie trägt zurecht den Beinamen "Puerto de Culturas". Das Nebeneinander von Alt und Neu, die Architektur der Moderne, die Parks mit wilden Papageien, zahlreiche kleine Kunstwerke, die Sauberkeit und Ruhe, die autofreie Innenstadt (gepflastert mit Marmor!) mit ihren zahlreichen Gebäuden im Jugendstil und den vielen shops und Bars, beeindrucken und gefallen uns sehr.

An der Hafenpromenade:





 Impressionen der Stadt, 2 Minuten von der Marina:


















Wir besuchen das Nationale Museum der Unterwasserarchäologie und ein Museum der Luftschutzbunker und des Spanischen Bürgerkrieges. Modern, multimedial, interaktiv - so machen Museen Spaß.






Schöne Graffittis in der Stadt:




"Was macht er nur?" und "Was wollen die nur?":




Nach unserer ersten Erkundung Cartagenas' gönnen wir uns im "El Barril Del Tapeo" leckere Tapas und Wein. Sicher nicht das letzte Mal dort...


Sonntagabend gute Nachrichten aus Tirol: Dr. Juli, der Hase und Tiger Magnus kommen uns besuchen! Mit ihrem Snoopy (VW Bulli) brechen sie in Kürze auf und werden wohl Freitag/Samstag in Südspanien sein. Wir freuen uns riesig!

Cartagena bietet alle Vorzüge einer Großstadt (215.000 Einwohner), so z.B. Einkaufszentren. Wir shoppen, Tim bekommt eine neues keyboard für den Musikunterricht. Meist essen wir an Bord: das köstliche spanische Schweinefleisch, Fisch frisch vom Wochenmarkt, Käse und Schinken, den sehr guten und preiswerten spanischen Wein.
Am späten Nachmittag gönnt sich Sock in einer Bar an der Promenade im Sonnenschein einen Caffe solo und einen Carlos III, Canan einen trockenen Martini. Die Temperaturen erreichen nach wie vor 27 Grad! Uns geht's gut...

Tim hat jetzt einen Zopf, gegelt ausserdem. Wuff, wuff, Sock gefällt's nicht, aber Tim darf das natürlich selbst entscheiden. Wuff, wuff...

Die "Club Med II", Kreuzfahrtschiff mit 5 (Pseudo-Segel-) Masten, gibt sich die Ehre am Donnerstag. Nicht billig, 1 Woche an Bord dort - ab 3000,- Euro geht was.

Club Med II
Martini und Kakao












Am Freitag sind die 3 1/2 Haidachers (Juliane ist im 7. Monat) da! Die Marina hatte freundlicherweise erlaubt, dass sie mit ihrem Snoopy-Camper in der Marina stehen und übernachten dürfen, muchas gracias. Wir verbringen viel Zeit miteinander, fahren zu den schönen Stränden der Umgebung. Markus bringt Tim geduldig die Grundzüge des Wellenreitens bei; einige Male schafft Tim es tatsächlich, auf dem board ein Stück zu reiten.
Am Montag fahren sie mit Snoopy schon mal vor, weiter Richtung Südwesten; wir wollen uns in der Nähe von Almeria wieder treffen. Schön, dass sie da sind!




 
Tiger, Hase und Bär

Wir lernen Hubert und Farida kennen, die seit 2 Jahren gemeinsam auf ihrem Boot unterwegs sind. An 2 netten Abenden trinken wir eine Tasse Tinto zusammen, mit Hubert baue ich (endlich) einen Bullenstander (für die Nichtsegler: ist kein Schweinskram), den wir im Atlantik sicher gut werden gebrauchen können. Den beiden gefällt Cartagena so gut, dass sie sich entschließen, dort zu überwintern.

Auch die "DoLittles", 2 Kanadier, Lori und Wally, seit 5 Jahren mit 3 Hunden auf ihrem Boot, werden in Cartagena überwintern. Wir waren ihnen schon auf der Isola San Pietro und auf Menorca begegnet, die Welt ist klein.

Sie haben mit ihrem Boot, auf dessen Vorschiff ein grosses Schwein aus Kunststoff steht, auch die deutschen Kanäle befahren. In Münster hat Lori 3 betrunkene Studenten nachts bei dem Versuch ertappt, das Schwein zu stehlen - das Angebot, stattdessen noch ein Bier an Bord zu trinken, haben die Studenten gerne angenommen.



Am Mittwoch, 10.00h, verlassen wir Cartagena nach 12 schönen Tagen und setzen südwestlichen Kurs auf ALMERIMAR, kürzeste Distanz 110 Seemeilen.



Montag, 10. Oktober 2011

Ibiza - Eivissa 10.10. - 13.10.2011

Mallorca meint es gut mit uns - von den knapp 15 Stunden Überfahrt nach IBIZA segeln wir mehr als 10 Stunden, Windstärke um 4, klasse.

ein Besucher ruht sich aus

Annäherung an Ibiza



76,3 Seemeilen geloggt, der Anker fällt am Mo., 10.10., um 09.55h in der Bucht von TALAMANCA bei IBIZA-STADT / EIVISSA, 5m tief auf Sand und Gras. Position 38 54'.755 N, 001 27'.493 E.

Mondaufgang über Talamanca

Die Insel der Reichen und Schönen, wir sind trotzdem da.
Die Marinas in Ibiza-Stadt sind exorbitant teuer, Ankern im Vorhafen leider verboten, die Talamanca ist die einzige Ankerbucht in Nähe der Stadt. Bei ruhigem Wetter liegt man hier prima, die Stadt ist gut zu erreichen. Ein kurzer Dinghi-Ritt zum Strand, 100m laufen bis zur Anlegestelle eines Pendelbootes bei der Marina Botafoch, 10 min. Bootsfahrt, und man ist bei der weitläufigen Altstadt mit ihrem Hafenviertel La Marina, dem alten Fischerviertel Sa Penya und der eigentlichen Altstadt Dalt Villa.

Ibiza-Boy

Wir besuchen Dalt Villa am Dienstag. Soo touristisch, und doch sooo schön ist das Labyrinth aus engen und steilen Gassen, die weissen Häuser, die vielen Boutiquen, Bars etc.. Umsäumt wird das Viertel von der alten Festungsanlage aus dem 16. Jahrhundert, oben auf dem Hügel die Kathedrale.







Sock war zuletzt in Ibiza 1984, zusammen mit Stefan und Ralf (Gruß !), mit einer sehr schönen und schnellen Segelyacht (Marke "Cayenne"), kommend aus dem Norden Spaniens'. Da gab's noch kein GPS, keine Chartplotter, keinen Autopiloten. Funkbojen wurden gepeilt, Steuern Pi mal Daumen, da lag man auch schon mal 20 Grad daneben und hat's nicht bemerkt. Angekommen sind wir trotzdem immer.
In Ibizas' Discotempeln, Ku und Pacha damals, sah ich das erste mal Mädchen in Käfigen, an der Decke hängend tanzen - bizzar faszinierend - das gab's in Deutschland nicht.
Anekdoten dazu gibt's ne Menge, eine davon: Ralf hatte sich in Ibiza für die Discos neu eingekleidet, eine Art Araberkutte, ganz in weiß. Nur an neue, coole Schuhe hatte er nicht gedacht. So war dann der Look "Araberkutte mit schwarzen Halbschuhen und schwarzen Socken" - der Look hat keinen neuen Trend gemacht, Stefan und ich haben uns schlapp gelacht.

Tim kommt wieder in ein paar Jahren, sagt er, dann kann er alle Discos besuchen. Das Ku heißt heute übrigens Privilege, Fassungsvermögen 14.000 Gäste!



Vatti und Mutti lassen's ruhig angehen und liegen schon in der Koje, wenn Ibizas' Nachtleben erwacht. Ein Sundowner in der Strandbar "Flotante" gleich gegenüber (gut und preiswert, leckere Tortillas), eine Tasse Wein an Bord, die leichten Wellen wiegen anschließend sanft in den Schlaf, herrlich. 

Schöne Yachten gibt es in Ibiza zu bestaunen. Unten die "Nirvana", 54 m lang, 12 m breit. Eine Ketch mit 920 m2 Segelfläche. Die Winchen darauf erinnern an eine Litfaßsäule, die Fender auf dem Foto sind mehr als 2m lang. Auf dem 2. Foto ist ein Mann im Mast -gesehen?



Mittwoch ist Strandtag. So 10 Restaurants und Bars gibt's am Talamanca-Strand, goldgelb ist der Sand, gemischtes nettes Volk. Züchtig schlägt Sock die Augen nieder, wenn er die Mädels dort sieht (-:

Gute Nachricht am Mittwochabend - "the best uncle of the world", Rauf, "the Koc", kommt für 4 Wochen auf die Kanarischen Inseln, um uns zu besuchen. Tim freut sich riesig (wir auch), hoffentlich klappt's.

Donnerstagmorgen - Anker auf. Ziel ist CARTAGENA auf der iberischen Halbinsel, Ankunft am Freitagabend. Das ursprünglich geplante Alicante lassen wir aus - die Marina dort ruft 58,90 Euro pro Tag auf. Cartagena: 22,48 Euro.